Das große Potential von smarter, intelligenter Hardware bezweifelt kaum noch jemand. Die Anzahl an IoT Produkten im privaten Wohnumfeld steigt stetig, und das obwohl bei vielen Hard- und Softwareanbietern der Fokus in erster Linie noch auf der Lösung technischer Herausforderungen liegt. Das tatsächliche Potential ganzheitlich entwickelter, kundenzentrierter Use Cases bleibt dabei noch weitestgehend unausgeschöpft.

Digitale Plattformen

Spinnennetz

Unverkennbar ist auch, dass bisher kaum noch ein Weg an den großen digitalen Plattformen und „Ökosystemen“ vorbeiführt. Sei es durch die Notwendigkeit einer App für die Gerätesteuerung, der Anbindung an die immer weiter verbreiteten Smart Speaker oder der Nutzung von Dritt-Software zur „Smartifizierung“ der eigenen Hardware.

Von den Hardwareanbietern werden diese Kooperationen in erster Linie mit dem Ziel der technischen Realisierung der Vernetzbarkeit eingegangen und um damit konkurrenzfähig zu bleiben. Diese Entscheidung erscheint auf den ersten Blick zunächst nachvollziehbar, als langfristige Strategie dient sie allerdings wegen mangelnder Kundenzentrierung nicht. Vermeintlich „lästige“ aber auf den zweiten Blick essentiell wichtige Aspekte werden weitestgehend vernachlässigt.

Datenschutz und Datenverwendung

Wirft man einen Blick in so manche Datenschutzbestimmung smarter Hardware fällt recht schnell auf, wie stiefmütterlich dieses Thema behandelt und bewertet wird. Da häufig noch die Qualität der Hardware, für die es eindeutige Kriterien und Vorgaben gibt, im allgemeinen Fokus steht und diese Eindeutigkeit bei der Bewertung von Software fehlt, entpuppen sich vermeintlich gute Produkte für den Endkunden als Mogelpackung.

Endkundenschnittstelle und Datenzugriff

Digitalen Plattformen verfolgen andere Ziele als die sich ihnen anschließenden Hardwareanbieter. Ihnen geht es nicht primär um die Lösung technischer Herausforderungen als vielmehr - und vollkommen zurecht - um maximale Kundenzentrierung. Sie besetzen die Endkundenschnittstelle und fungieren damit quasi als Gatekeeper für die vom Kunden konsumierten Produkte und Services. Darüber sichern sie sich den Zugriff auf den Rohstoff für die kundenzentrierten Produkte und Services der Zukunft – die IoT-Daten. Hardwarehersteller und Serviceprovider drohen dabei vom Kunden entkoppelt und austauschbar zu werden. In der Wertschöpfungskette der Zukunft erfolgt die Degradierung auf die margenschwachen Bestandteile.

“Gefährliche” Ökosysteme

Person schaut durch Kameralinse

Die vermeintlich partnerschaftliche Konstellation ist also langfristig einseitig zu Gunsten der Plattformen ausgelegt und hat entsprechend explosives Potential. Als anschauliches Beispiel mag der jüngste Rauswurf von potentiellen Konkurrenten aus dem eigenen Store durch Apple dienen.

Dies wirft die Frage auf, ob ein solches „Ökosystem“ also für die Teilnehmer langfristig erstrebenswert ist. „Ökosystem“ ist ein Begriff aus der Biologie – ein Blick auf biologische Ökosysteme im Ungleichgewicht und die Folgen kann sicher auch in dieser Analogie als Anregung zum Nachdenken und Hinterfragen dienen.

Zu berücksichtigende Fragen

Gerätehersteller sollten einen genaueren Blick auf das Ökosystem werfen, dem sie sich angeschlossen haben oder planen sich anzuschließen und sich die folgenden Fragen stellen.

Habe ich wirklich die Kundenbedürfnisse und die Customer Journey dieses “intelligenten” Produkts in Betracht gezogen oder füge ich ihm lediglich die Vernetzbarkeit hinzu, um nur irgendwie mit der Konkurrenz mitzuhalten? Welchen echten Wert liefert mein Produkt dem Kunden? Zum Beispiel kann eine Lampe, die über WiFi durch eine App gesteuert werden kann, für sich allein genommen weniger komfortabel sein und z.B. träger reagieren als eine herkömmliche Lampe mit Schalter.

Bekomme ich in dem Ökosystem, dem ich beitrete, die Werkzeuge und den Zugang, um mein Produkt kontinuierlich weiter verbessern oder meinen Kunden besser kennenlernen zu können?

Was biete ich als Unternehmen - ganz nüchtern betrachtet - an, was verhindern würde, dass der Anbieter des Ökosystems mich ersetzt, wenn ich meinen „Zweck“ erfüllt habe?

Unsere Schlussfolgerungen daraus münden in unserem Angebot an Partner. Kommen Sie gerne auf uns zu!